Partnerschaft mit der Futaba Future School in Fukushima, Japan

Über 9.000 Kilometer und völlig andere kulturelle Traditionen - das ist die Distanz zwischen Haar und Hirono Town. Die Schule wurde nach dem GAU im Kernkraftwerk 2011 im Jahr 2015 neu eröffnet und hat als Schwerpunkt Umwelterziehung sowie ein „Leadership“-Programm, was unsere beiden Schulen verbindet. Einen Einblick in diese besondere Schule finden Sie HIER.

Der erste Kontakt mit der Futaba Future School ergab sich zufällig 2016 über die NGO Green Giants, die für die FFS eine Partnerschule mit ähnlichen Leitlinien für ein internationales Schulprojekt suchte. So konnte das EMG als “Internationale Agenda 21 Schule / Umweltschule in Europa“ im Schuljahr 2016-17 ein besonderes, einmaliges Profilfach für die Oberstufe anbieten. Ziel war es, sich über Projekte zum Thema Nachhaltigkeit auszutauschen und eigene Ideen für die jetzige junge Generation zu entwickeln vor dem Hintergrund des GAUs in Fukushima 2011 sowie des daraus folgenden Atomausstiegs in Deutschland. Im Januar 2017 besuchte uns die erste Gruppe von Schüler*innen und Lehrern aus Japan am EMG. 

Im Schuljahr 2019-20 waren dann die 20 SchülerInnen unseres Enrichment-Programms als Gastgeber mit ihren Familien und als „Kulturbotschafter“ einbezogen – sie brachten unseren Gästen das Schulsystem sowie Geschichte und Kultur unserer Gegend nahe und lernten gleichzeitig die japanische Kultur kennen. Eine abwechslungsreiche Mischung aus Präsentationen in englischer Sprache, Führung in der Residenz München sowie ein Spieleabend mit Origami-Kurs und eine spannende Team-Rallye durch Münchens Innenstadt bot viele Gelegenheiten zum Austausch – und wenn es mit Englisch nicht weiterging, halfen Übersetzungsprogramme, Hände, Füße und ein Lächeln.

In diesen vier Tagen sind über die große Distanz hinweg sowohl unter den SchülerInnen als auch den Lehrkräften Freundschaften entstanden, die wir weiter pflegen wollen.  

Die Schuljahre 2020-21 und 2021-22 standen ganz im Zeichen der Corona-Pandemie – so mussten wir unseren Austausch von „live“ auf „virtuell“ umstellen, was uns sogar die Möglichkeit eines „virtual homestay“ bescherte (neben der gegenseitigen Bescherung mit kleinen Geschenken, die wir per Post verschickten). Genaueres dazu ist HIER zu lesen.

Im Schuljahr 2022-23 war der Austausch in das P-Seminar Englisch "Videos for our intercultural exchange programs" integriert - nach einem ersten virtuellen Kontakt zum Kennenlernen konnten wir zu unser aller Freude im Januar 2023 endlich wieder japanische Gäste "live" am EMG begrüßen. Highlight war der bayerisch-japanische Abend mit kulinarischen Köstlichkeiten und lustigen Spielen. Hier eine Stimme aus dem P-Seminar (alle schilderten ihr Erleben des Austausches auf ähnliche Weise):

"Der Japan Austausch war der erste Austausch, an dem ich je teilgenommen habe und ich bin begeistert. Das Treffen mit Jugendlichen aus meinem Alter, aus einem ganz anderen Teil der Erde, hat mich bewegt und mir die Augen geöffnet. Besonders ist mir die andere Verhaltensweise von den Japanern, im Vergleich zu den Deutschen, aufgefallen. In der Küche haben die Japaner Masken getragen, was mir gezeigt hat, dass sie viel Wert auf Hygiene legen. Außerdem tragen sie Masken aus Respekt und um andere zu schützen. Die meisten Deutschen tragen sie vermutlich eher als Selbstschutz. Generell waren die Japaner sehr höflich und haben sich nicht beschwert, obwohl sie einen sehr anstrengenden Terminplan hatten. Sie haben sich bei jeder Kleinigkeit bedankt und haben anderen immer den Vorrang gegeben. Ich finde, dass wir Deutschen uns davon eine Scheibe abschneiden könnten. Besonders gut hat mir auch die japanische Matcha Zeremonie gefallen, da ich auch gerne Matcha trinke. Ich bin dankbar, dass sie diese Traditionen mit uns geteilt haben. Eine unglaubliche Erfahrung!!!" (Marleen Gerken)

Seit dem Schuljahr 2023-24 sind jeweils die Zehntklässler der Geographie-Bilingual-Gruppe Gastgeber unserer japanischen Partner.  Hier ein kleiner Einblick von Paul Bergmann, der stellvertretend stehen soll für die Eindrücke und Erlebnisse unserer Gastgeben vom EMG:

"Ab dem ersten Augenblick waren die Tage geprägt vom Gestikulieren, am Handy Übersetzen und gaaanz langsam Sprechen, um sich so gut wie möglich zu verständigen. Doch diese „Mühen“ haben sich auf jeden Fall gelohnt. Denn von Anfang an haben wir unsere neuen Freunde von weit weg ins Herz geschlossen. Und auch wenn der Austausch nur 4 Tage gedauert hat, haben wir mit den Japanern und der japanischen Kultur eine Bindung aufgebaut, mit der so niemand gerechnet hätte. Und diese Freude wurde auch auf jeden Fall erwidert. Auch die Japaner waren begeistert von dem was wir ihnen zeigen konnten und wie anders unsere Kultur ist.  Für sie war die Zeit - genau wie für uns - ein Segen und eine perfekte Möglichkeit Kontakt mit Menschen von der anderen Seite der Erde aufzubauen. Wir haben es geschafft durch gemeinsame Aktivitäten und den Austausch der Kulturen eine Verbindung zwischen uns und Japan zu schaffen, die auf jeden Fall über die Dauer des Austausches andauern wird. Und Beweis für diese tolle Zeit sind die Tränen, die am Abschiedstag geflossen sind. Also wenn ihr die Möglichkeit habt teilzunehmen kann ich euch nur raten die Chance zu ergreifen."

Eindrücke von der Begegnung im laufenden Schuljahr siehe auch "Aktuelles am EMG"!  Hier ein kleiner Beitrag unserer Schülerinnen über die Begegnung im Januar 2026:

Montag abends fand eine Feier inklusive Abendessen in den Räumlichkeiten der Sankt-Bonifatius-Kirche in Haar statt (Dank an den Förderverein für das Sponsoring der Miete!). Ein leckeres Buffet wurde angerichtet, wofür die deutschen Schülerinnen und Schüler Kuchen von zuhause mitbrachten, während die japanischen Gäste Spezialitäten ihres Landes in der dortigen Küche zubereiteten (eine Miso-Suppe mit Gemüse und Schweinefleisch und Onigiri, zu Trinken gab es Matcha-Latte statt Kaffee zu unserem Kuchen). Nach dem Essen wurde noch ausgelassen getanzt und gefeiert: Wir genossen die gemeinsame Zeit zum Beispiel beim Onigiri-Machen (Reisbällchen mit Nori-Umhüllung), spielten gemeinsam japanische Spiele und zeigten unseren Gästen den Macarena- Tanz, bei dem dann alle zusammen viel Spaß hatten.

Es war auch sehr schön mit ihnen München zu erkunden und zu sehen in welch Läden  sie gerne gehen und ihre Interessen zu sehen. Zwischen Japan und Deutschland gibt es zwar viele kulturelle Unterschiede, nicht nur beim Essen sondern auch beim Verhalten (sie sind immer super höflich und eher zurückhaltend und leise), jedoch konnten wir uns trotzdem mit ihnen gut unterhalten und fanden schnell Anknüpfungspunkte. Die vielen Gespräche über die japanische Kultur und das gemeinsame Probieren der Lieblings Snacks unserer Austauschpartner*innen werden wir nie vergessen und wir hoffen das der Kontakt noch lange bestehen bleibt.

 

Wir danken herzlich unseren Sponsoren - dem Förderverein und Elternbeirat des EMG Haar!

Verantwortliche am EMG: Konstanze Gerlich (Fachleitung Englisch), Gabriele Kaiser (Geo Bilingual)

Verantwortliche an der Futaba Future School: Kanako Saito (Englisch und Drama) und ihre Kollegen (2026: Riku Shiota)

Tag der offenen Tür

Unter dem Motto "WIR am EMG" präsentieren wir Ihnen an unserem Tag der offenen Tür Schnupperunterricht in verschiedenen Fächern, Vorstellung von Wahlkursen und Seminaren, diverse Ausstellungen von Schülerarbeiten sowie Infostände (z.B. SMV, Elternbeirat), Experimente zum Mitmachen, kleine Theaterstücke und vieles mehr. Am Haupteingang der Schule stehen für Sie Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 als „Lotsen“ und für Schulhausführungen bereit.

Schüleraustausch

Seit 1986 gibt es einen Schüleraustausch zwischen dem EMG und verschiedenen Schulen in Bellingham, Washington State, USA. Dieser läuft im Rahmen des GAPP-Programms (German American Partnership Program) des Pädagogischen Austauschdienstes und wird von diesem auch finanziell unterstützt.

Schülerfahrten

Am EMG gibt es drei große Jahrgangsstufenfahrten. Gleich zu Beginn des Schuljahres können unsere neuen 5. Klässler Erlebnistage im Schullandheim erleben. In der 7. Jahrgangsstufe fahren alle Schülerinnen und Schüler in das Skilager und für unsere Oberstufenschüler finden in der Q12 die Studienfahrten zu verschiedenen Zielen statt.

Imkerei

Der Wahlunterricht Imkerei findet unter der Leitung von zwei erfahrenen Lehrkräften statt. Fr. Hammer und Hr. Ruthenkolk kümmern sich um die Bedürfnisse der fleißigen Bienchen und um unsere Imkerschüler und Schülerinnen. Die interessierten Jungimker werden nach Altersstufe und Erfahrung in Gruppen für Anfänger und Fortgeschrittene eingeteilt. Nach Bedarf werden auch für die Oberstufe spezielle W- und P-Seminare angeboten.

Theater

Wir wollen Theater machen! Und zwar so richtig! Im Zentrum unserer Arbeit stehen dabei kreative Entwicklungsprozesse, die wir als Gruppe gemeinsam angehen. In drei Gruppen versuchen wir am EMG mit aller Kraft und vollem Einsatz immer wieder neue Ausdrucksmöglichkeiten für das zu finden, was uns oder andere tief bewegt. Hierzu steht und eine ausgezeichnet ausgestattete und auf verschiedenste Weise einsetzbare Schulbühne zur Verfügung.

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Seit 1986 gibt es einen Schüleraustausch zwischen dem EMG und verschiedenen Schulen in Bellingham, Washington State, USA. Dieser läuft im Rahmen des GAPP-Programms des Pädagogischen Austauschdienstes (German American Partnership Program) und wird von diesem auch finanziell unterstützt (weitere  Informationen).

Bis zum Jahr 2000 hatten wir nur eine Partnerschaft mit der Sehome High School in Bellingham. Die dortige Deutschlehrerin Frau Carol Cozad hat sich sehr um den Austausch und die Partnerschaft zwischen ihrer Schule und dem EMG verdient gemacht, wofür sie auch vom damaligen Bürgermeister Helmut Dworzak zur Ehrenbürgerin von Haar ernannt wurde. In der Austauschrunde 2000/2001 kam dann die Bellingham High School mit der sehr engagierten Deutschlehrerin Frau Kara Bezanson hinzu, so dass wir bis zur Pensionierung von Frau Cozad im Jahr 2008 sogar zwei Partnerschulen hatten.

LEIDER zwang uns dann Corona zu einer viel zu langen GAPP-Pause –  die für 2020-21 ausgewählten Schülerinnen und Schüler konnten nur online mit ihren Partnern in Kontakt treten. Zu unserer großen Freude konnten wir zumindest einen Teil der "Amis" im Sommer 2022 bei einem kurzen Aufenthalt in Haar kennenlernen! 

Im April 2023 war es ENDLICH wieder soweit: 25 GAPPsters des EMG konnten die zwei Wochen vor Ostern bei Gastfamilien in Bellingham verbringen und mit ihren Partnern den (Schul-)Alltag teilen. Im Juli 2023 kamen unsere neuen Freunde zum Gegenbesuch nach Haar.

Schuljahr 2024-25 und 2025-26: Nachdem uns der neue Deutschlehrer an der BHS, Liam Weydert (selbst ein ehemaliger GAPPster!), grünes Licht für eine neue Austauschrunde gegeben hatte, starteten wir ab März 2025 wieder mit den Planungen für den Aufenthalt von 16 EMG-Schülern in den USA. Es war wie immer eine sehr interessante und lehrreiche Zeit für unsere GAPPSters - hier der Zeitungsbericht in der Lokalzeitung über unsere GAPPsters an der BHS! Nun freuen wir uns auf den Besuch unserer amerikanischen Freunde bei uns am EMG im Juni/Juli 2026!

  • Seit seiner Gründung 1972 hat sich das GAPP zum erfolgreichsten Austauschprogramm zwischen den USA und Deutschland entwickelt.
    Der alle zwei Jahre stattfindende Schüleraustausch mit der Bellingham High School ist Teil von GAPP.
  • Bellingham High School Die Homepage unserer amerikanischen Partnerschule, der Bellingham High School, in Bellingham, 2020 Cornwall Ave, WA 98225-3698.

  • Es können in jeder Austauschrunde je nach Kapazität an der BHS 15 bis 25 Schülerinnen und Schüler des EMG aus den 9. und 10. Klassen teilnehmen. Mehr Informationen zu den Auswahlkriterien:
     German American Partnership Program (allgemeine Informationen zur Bewerbung und Impressionen ... der Rhythmus von geraden und ungeraden Jahren hat sich inzwischen umgedreht, die nächste Bewerbungsrunde beginnt hoffentlich im Schuljahr 2026-27)

 

Von Felsstränden, Sonnenbrand und  Zubats – oder eine unvergessliche Studienfahrt


Alles begann an einem klaren Montagmorgen um 5.45 Uhr, als sich 21 müde Jugendliche zur Abreise vor der Schule versammelten. Bald danach rollte unser Bus in Richtung der istrischen Stadt Pula los. Mit jeder Etappe unserer neunstündigen Anreise stiegen Außentemperatur und freudige Anspannung immer weiter an, bis wir unser Ziel, das `Resort Horizont`, erreichten. Nach einer Erkundung der Unterkunft und der meeresnahen Hotelanlage genossen wir unser erstes Abendessen bei wahrlich tropischen Luftverhältnissen, welche viele in der Nacht wachhielten.

Eine kurzfristige Erlösung von diesen täglichen 36°C im Schatten gewährte uns am nächsten Tag der Transfer ins Stadtzentrum Pulas im klimatisierten Bus. Mit Boris unserem heißgeliebten Tourguide zogen wir anschließend durch das römische Amphitheater, um dann zu einer Besichtigung alter römischer Stadtmauern und –tore im Ortskern überzugehen. Unsere Konzentration tropfte dabei mit dem Schweiß minütlich von uns ab, sodass wir heilfroh über die selbstständige Mittagspause waren.
Der nachmittägliche Programmpunkt - ein Besuch in einer Meeresschule - bot im Gegensatz dazu eine erfrischende Abwechslung. Nach einer kurzen Einführung begaben wir uns dort mit Schnorchelmasken ausgestattet in die azurblauen Tiefen einer kleinen Meeresbucht, wo wir in Kleingruppen unter Anleitung der Fachschulmitarbeiter verschiedene Lebensräume durchkämmten. Knapp zwei Stunden lang bewunderten wir so Fische, Anemonen, Krebse und Seeigel (mit welchen manch einer im Vorfeld schon genauere Bekanntschaft gemacht hatte) bis viele sich wünschten, aus dem kühlen Blau wieder in die draußen vorherrschende Hitze zurückzukehren. Raus aus dem Meer und umgezogen setzten wir uns mit den eben gesehenen Tieren, wie beispielsweise der Seegurke, die es vielen besonders angetan hatte, auseinander und untersuchten einen violetten Seeigel unter einer Vergrößerungskamera.

Der nächste Tag hielt für uns eine Rundfahrt über die Halbinsel Istrien unter der Führung des bereits bekannten Kroaten Boris bereit. Während dieser erkundeten wir die Gegend aus allen möglichen Blickwinkeln: Ob von unten in der Tropfsteinhöhle Baredine, vom Wasser des Limski Fjords oder von oben im Turm der Kirche St. Euphemia. Letztere befindet sich im Küstenort Rovinij, in dem wir erneut einen Rundgang unter den Leitmotiven Geschichte und Kultur durchlebten. Auf der Rückfahrt zu unserem Hotel pausierten wir schließlich noch für die Besichtigung traditioneller Hirtenhütten aus Trockensteinmauern, die das gesamte Landschaftsbild Kroatiens besonders prägen. Höhepunkt dieses Tages war jedoch eindeutig das Spiel „Pokémon Go“, welches ab diesem Tag in Europa erhältlich war und für die meisten ein fester Begleiter für die restliche Zeit der Studienfahrt werden sollte.

Den letzten Exkursionstag widmeten wir, nach einer mehr oder weniger erfolgreichen frühmorgendlichen Jagd nach „Pocket Monstern“ in der Hotelanlage,  erneut eher biologischen Gesichtspunkten. Ein englischsprachiger Naturforscher führte uns dazu im Naturpark Kap Kamenjak in die charakteristische Flora und Fauna der Region ein, wobei wir zwischenzeitlich auch selbst beispielsweise als Kräutersammler zum Einsatz kamen. Dem Meeresrauschen folgend schlugen wir uns dann zur Küste hindurch, wo es ganz besondere Überreste ehemaliger Parkbewohner zu sehen gab: in den kalksteinhaltigen Felsen sind prähistorische Dinosaurierfußabdrücke dokumentiert, welche jährlich Millionen von Touristen anziehen und auch uns sehr faszinierten. Auf dem parkeigenen Bauernhof schlemmten wir anschließend landestypische Cevapcici und Muscheln.
Wieder zurück im Hotel ließen wir unseren letzten Abend ebenso wie die vorherigen zusammen am nahegelegenen Felsstrand mit den Füßen im Wasser und mit Blick auf den Sonnenuntergang ausklingen.

Vielen Dank an dieser Stelle an die begleitenden Lehrkräfte Frau Boos und Herr Brandl, die uns dieses unvergessliche Erlebnis ermöglicht haben – es war einfach lovely!

Ronja Linke & Lea Gigou (O11)

Der Wahlunterricht Imkerei findet unter der Leitung von einer erfahrenen Lehrkraft statt. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! kümmert sich um die Bedürfnisse der fleißigen Bienchen und um unsere Imkerschüler und Schülerinnen. Die interessierten Jungimker werden nach Altersstufe und Erfahrung in Gruppen für Anfänger und Fortgeschrittene eingeteilt. Nach Bedarf werden auch für die Oberstufe spezielle W- und P-Seminare angeboten.

 

Übersicht zur Unterrichtsplanung: Sie ist ganz den Erfordernissen der Bienenvölker angepasst

September - Dezember: Theorie, Reparaturarbeiten, Kerzengießen, Winterbehandlung der Bienenvölker/ Bienensaunabehandlung zweier Testvölker
Januar - März: Kaum Wahlunterricht, Völkerkontrolle
April - Juli: Theoretische Vorbesprechungen, dann praktische Arbeiten, wie Erweitern, Honigraumaufsetzen, Schwarmkontrolle und -verhinderung, Königinnenzucht und Ablegerbildung in Kleingruppen (2-3 Schüler); bei Bedarf auch Arbeiten am Wochenende. Werden in der Umgebung des EMG Bienenschwärme gemeldet, oder von der Feuerwehr eingefangen, so rücken die Schulimker aus, um die Völker zu übernehmen.

Kerzengießen
Werkzeuge der Imker
Kerzengießen aus reinem Bienenwachs (Fotos: Robert Brouczek; Münchner Merkur 23. Dez. 2016)

 

Wie sind die Bienen untergebracht?

Unsere Bienenvölker gehören der Rasse Apis mellifica carnica an. Als Bienenbeuten werden Erlanger Holzmagazine in Zandermaß verwendet, die sich für eine Freiaufstellung im Schulgarten bestens bewährt haben. Zum Schutz der ebenen Holzdeckel wurden zusätzlich Dächer angefertigt, die leicht abzunehmen sind. Als Schwarmfangkästen und zur Ableger- bzw. Kunstschwarmbildung werden neben normalen Zargen auch zwei Ruckzuckkästen eingesetzt.

Kerzengießen
Bienenschwarm
Links: Bienenkönigin (mit blauer Markierung) mit ihrem Hofstaat / Rechts: Bienenschwarm am EMG (Fotos: Christine Hammer)

 

Wie sieht die Arbeit der Schulimker aus?

Die folgende Zusammenstellung bietet einen Überblick über die wichtigsten praktischen Arbeiten rund um die Schulbienenvölker im Bienenjahr:

  • September: Die Abnahme des Winterfutters (Apifonda=Zuckerteig oder Apiinvert=Zuckersirup) wird kontrolliert. Ende des Monats werden die leeren Behälter abgenommen die dazugehörenden Zargen entfernt. Imkereianfänger erhalten in den Wintermonaten einen Grundlehrgang in die Theorie der Imkerei. Sie erfahren das Wichtigste über das Leben im Bienenstaat, über das Handwerkszeug des Imkers und über die wichtigsten Tätigkeiten des Imkers im Bienenjahr.
  • Oktober: Die eingeschmolzenen Wachsreste von Altwaben und Entdeckelungswachs werden in heißem Wasser gereinigt. Das Gießen von Kerzen in elastischen Silikonformen beginnt.
  • November - Dezember: Das Kerzengießen wird abgeschlossen. Neue Rähmchen werden für das kommende Bienenjahr vorbereitet. Die Varroabehandlung der Bienenvölker im Dez./Jan. wird zusammen mit fortgeschrittenen Schülern und mindestens einer Lehrkraft vorgenommen. In den Spätherbst/ Winter fällt auch die Behandlung zweier Testvölker mit der Bienensauna zu Forschungszwecken.
  • Januar - März: keine Arbeiten / Winterruhe
  • April: Die Beobachtung des Bienenflugs, des Eintragens von Pollen gibt wichtige Informationen über den Zustand der Völker. Verstorbene Völker werden abgeräumt. Regelmäßig wird durch Anheben die Futterversorgung kontrolliert. Ende des Monats kann oft schon der Honigraum aufgesetzt werden.
  • Mai: Brut- und Schwarmkontrollen werden durchgeführt. Der Eintrag an Nektar in den Honigraum wird geprüft. Schwarmkontrollen sind in wöchentlichem Abstand nötig. Bei Schwarmgefahr wird Schwarmverhinderung betrieben. Dabei werden Edelmaden zur Zucht von jungen Königinnen umgelarvt. Benötigte Rähmchen werden mit Mittelwänden versehen.
  • Juni: Das Heranwachsen der Jungköniginnen wird verfolgt. Ableger werden gebildet. Die erste Honigernte (Obstblüten/Raps) wird eingebracht.
  • Juli: Die zweite Honigernte steht an. Ableger werden zu Jungvölkern ausgebaut. Nach der Honigernte wird die Ameisensäurebehandlung gegen die Varroamilbe durchgeführt. Die abgeschleuderten Honigwaben werden zum Ausfressen aufgesetzt.
  • August: Nach einer zweiten Behandlung mit Ameisensäure wird das Winterfutter gegeben. Kleine oder weisellose Völker werden zuvor vereinigt.
Imker im Schullabor
Exkursion Peter
Exkursion Peter
Imkereischüler bei der Zucht neuer Bienenköniginnen (Fotos: Christine Hammer)

 

Was ernten die Schulimker? Ein Bienenvolk liefert während eines Jahres vielfältigen Ertrag

  • Der Honig

Die Schulimker ernten in der Regel zweimal pro Jahr Honig. Pro Volk lassen sich meist 8 bis 10 Kilo feinsten Blütenhonigs schleudern. Er stammt aus der Obstblüte und vom Raps. Die zweite Honigernte ist am Ende des Schuljahres (Ende Juli) möglich. Ein gutes Ertragsvolk liefert da 10 bis 12 Kilo, meist guten Lindenhonig. Der Wassergehalt des Honigs wird mit einem Refraktometer bei jeder Ernte kontrolliert. Er beträgt meist zwischen 16 und 19 %, das ist hervorragend für die Haltbarkeit des Honigs.

  • Das Bienenwachs

Bienenwaben werden nach 3-4 Jahren aus dem Volk entnommen. Dann sind sie meist 4-5 mal bebrütet und dunkel, fast schwarz gefärbt. Diese Waben werden im Solarwachsschmelzer ausgeschmolzen. Dieser arbeitet mit dem Treibhauseffekt: Sonnenlicht dringt durch die Scheibe ein, wird in Wärme umgewandelt und kann nicht mehr entweichen. So erwärmt sich der Innenraum auf 60-75 °C, was zum Einschmelzen von Bienenwachs vollkommen ausreicht. Das geschmolzene Wachs wird in einer Schale gesammelt und nach dem Erstarren als Rohbarren gelagert. Es ist noch mit Honigresten verunreinigt.

  • Das Propolis

Der Bienenkitt "Propolis" genannt, wird aus Baumharzen von den Bienen hergestellt und zum Verkitten von Ritzen und Spalten in der Beute benutzt. Es hat antibakterielle und fungizide Wirkung und verhindert im Stock die Ausbreitung von Krankheiten und Schimmelpilzen vor allem in den nahrungsvorräten (Pollen und Honig). Die Schulimker gewinnen es durch Abkratzen der Rähmchen und Zargen. Es wird in Alkohol gelöst und dient als Propolistinktur zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden und Stichen.

  • Der Met:

Traditionell werden die Honigreste, die beim Entdeckeln der Honigwaben anfallen, im Herbst zu Met vergoren. Der nach ca. drei Monaten entstandene Honigwein wird in Flaschen gelagert und nach mehreren Jahren verkostet.

Imker beim Hoffest
Imker beim Hoffest
Etikett für Schulbienenhonig
Verkauf des besten EMG-Honigs am großen Hoffest des Landwirtschaftsministeriums in München.

 

Welche Seminararbeiten wurden am EMG mit den Schulbienen schon erarbeitet?

P-Seminar Imkerei - Varroabekämpfungskonzepte

Das Konzept zur Varroabehandlung wurde von den P-Seminarschülern/innen in kooperativer Zusammenarbeit mit den betreuenden Lehrkräften (Frau Hammer und Herr Ruthenkolk) und verschiedenen Forschungseinrichtungen und Kompetenzzentren für den Bereich Bienen und Imkerei (z.B. Fachzentrum für Bienen der bayerischen Landesanstalt in Veitshöchheim) erarbeitet. Ziel ist es nach wie vor, die Entwicklung einer effizienten, rückstandsfreien, umweltfreundlichen und möglichst bienenverträglichen Varroabehandlung der Schulbienenvölker.

Folgende Teilprojekte wurden und werden z.T. noch immer bearbeitet und verbessert:

  • Verbesserung der Bienenhygiene
  • Aufbockung und Neuausrichtung der Bienenvölker
  • Bau neuer "bienenfreundlicher", jedoch ertragsschwächerer Beuten zum Vergleich mit dem bestehenden System:
  1. Bau und Einsatz einer Bienenkiste
  2. Bau und Einsatz einer Oberträgerbeute (= Top-bar-hive)
  • Beobachtung, Datenerhebung und Auswertung der Bienensauna-Behandlungen
  • Fortbestehende Teilnahme am Feldversuch zur Verbesserung der Bienensauna
  • Milchsäurebehandlung als bienenschondende Alternative zur Oxalsäurebehandlung
  • Regelmäßige Varroamilben-Befallskontrolle

Bisherige Ergebnisse:

P-Seminar 1: Aufbockung

P-Seminar 2: Bienenkiste

P-Seminar 3: Oberträgerbeute

P-Seminar 4: Bienensaunabehandlung Teil 1

P-Seminar 5: Imkerei - Exkursionen

P-Seminar 6: Ermittlung des Varoabefalls (Auszählmethode)

P-Seminar 7: Ermittlung des Varoabefalls (weitere Methoden)

Bayerisches Varroabekämpfungskonzept

Fachzentrum Bienen der bayerischen LWG Veitshöchheim

 

P-Seminar
Thermoschublade
 Links: Einzug des Jumg-Bienenschwarms in die Bienenkiste / Rechts: Honigkuchen ;)

Weitere Seminararbeiten

  • Die Chemie des Honigs
  • Der Pollengehalt von Bienenhonig
  • Die Enzymaktivität des Honigs
  • Die drei Bienenwesen (Beschreibung und Präparation)

Weitere Informationen / Hilfsmittel

 

Kontakt

Wenn Sie Tipps geben oder Fragen stellen wollen:

Fr. Christine Hammer

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