Seit 1986 gibt es einen Schüleraustausch zwischen dem EMG und verschiedenen Schulen in Bellingham, Washington State, USA. Dieser läuft im Rahmen des GAPP-Programms des Pädagogischen Austauschdienstes (German American Partnership Program) und wird von diesem auch finanziell unterstützt (weitere Informationen).

Bis zum Jahr 2000 hatten wir nur eine Partnerschaft mit der Sehome High School in Bellingham. Die dortige Deutschlehrerin Frau Carol Cozad hat sich sehr um den Austausch und die Partnerschaft zwischen ihrer Schule und dem EMG verdient gemacht. In der Austauschrunde 2000/2001 kam dann die Bellingham High School mit der sehr engagierten  Deutschlehrerin Frau Kara Bezanson hinzu, so dass wir bis zur Pensionierung von Frau Cozad im Jahr 2008 zwei Partnerschulen hatten. Leider wurde danach das Deutschprogramm an der Sehome High School gestrichen, zum Glück fanden wir jedoch für die Runde 2010/11 mit der Squalicum High School eine tolle Ersatzpartnerschule. Da das Deutschprogramm an der Bellinham High School sehr gut angenommen wird, haben wir nun seit der Austauschrunde 2012/13 nur noch die Bellingham High School als Partnerschule. Es können in jeder Austauschrunde immer 20-25 Schülerinnen und Schüler des EMG aus den 9. und 10. Klassen teilnehmen. Mehr Informationen zum Programm und zu den Auswahlkriterien:

Das Booklet "American Way of Life" der GAPPsters bietet interessante Einblicke in ganz unterschiedliche Aspekte des amerikanischen Lebensstils - so, wie es eben unsere GAPPsters persönlich erlebt und genossen haben.

 

  • GAPP German American Partnership Program (Informationen und Impressionen)

    Seit seiner Gründung 1972 hat sich das GAPP zum erfolgreichsten Austauschprogramm zwischen den USA und Deutschland entwickelt.
    Der alljährlich stattfindende Schüleraustausch mit der Bellingham High School ist Teil von GAPP.
  • Bellingham High School

    Die Homepage unserer amerikanischen Partnerschule, der Bellingham High School, in Bellingham, 2020 Cornwall Ave, WA 98225-3698.

 

Austauschprogramm der letzten Jahre

Austausch 2016

Austausch 2012

Austausch 2010

Von Felsstränden, Sonnenbrand und  Zubats – oder eine unvergessliche Studienfahrt


Alles begann an einem klaren Montagmorgen um 5.45 Uhr, als sich 21 müde Jugendliche zur Abreise vor der Schule versammelten. Bald danach rollte unser Bus in Richtung der istrischen Stadt Pula los. Mit jeder Etappe unserer neunstündigen Anreise stiegen Außentemperatur und freudige Anspannung immer weiter an, bis wir unser Ziel, das `Resort Horizont`, erreichten. Nach einer Erkundung der Unterkunft und der meeresnahen Hotelanlage genossen wir unser erstes Abendessen bei wahrlich tropischen Luftverhältnissen, welche viele in der Nacht wachhielten.

Eine kurzfristige Erlösung von diesen täglichen 36°C im Schatten gewährte uns am nächsten Tag der Transfer ins Stadtzentrum Pulas im klimatisierten Bus. Mit Boris unserem heißgeliebten Tourguide zogen wir anschließend durch das römische Amphitheater, um dann zu einer Besichtigung alter römischer Stadtmauern und –tore im Ortskern überzugehen. Unsere Konzentration tropfte dabei mit dem Schweiß minütlich von uns ab, sodass wir heilfroh über die selbstständige Mittagspause waren.
Der nachmittägliche Programmpunkt - ein Besuch in einer Meeresschule - bot im Gegensatz dazu eine erfrischende Abwechslung. Nach einer kurzen Einführung begaben wir uns dort mit Schnorchelmasken ausgestattet in die azurblauen Tiefen einer kleinen Meeresbucht, wo wir in Kleingruppen unter Anleitung der Fachschulmitarbeiter verschiedene Lebensräume durchkämmten. Knapp zwei Stunden lang bewunderten wir so Fische, Anemonen, Krebse und Seeigel (mit welchen manch einer im Vorfeld schon genauere Bekanntschaft gemacht hatte) bis viele sich wünschten, aus dem kühlen Blau wieder in die draußen vorherrschende Hitze zurückzukehren. Raus aus dem Meer und umgezogen setzten wir uns mit den eben gesehenen Tieren, wie beispielsweise der Seegurke, die es vielen besonders angetan hatte, auseinander und untersuchten einen violetten Seeigel unter einer Vergrößerungskamera.

Der nächste Tag hielt für uns eine Rundfahrt über die Halbinsel Istrien unter der Führung des bereits bekannten Kroaten Boris bereit. Während dieser erkundeten wir die Gegend aus allen möglichen Blickwinkeln: Ob von unten in der Tropfsteinhöhle Baredine, vom Wasser des Limski Fjords oder von oben im Turm der Kirche St. Euphemia. Letztere befindet sich im Küstenort Rovinij, in dem wir erneut einen Rundgang unter den Leitmotiven Geschichte und Kultur durchlebten. Auf der Rückfahrt zu unserem Hotel pausierten wir schließlich noch für die Besichtigung traditioneller Hirtenhütten aus Trockensteinmauern, die das gesamte Landschaftsbild Kroatiens besonders prägen. Höhepunkt dieses Tages war jedoch eindeutig das Spiel „Pokémon Go“, welches ab diesem Tag in Europa erhältlich war und für die meisten ein fester Begleiter für die restliche Zeit der Studienfahrt werden sollte.

Den letzten Exkursionstag widmeten wir, nach einer mehr oder weniger erfolgreichen frühmorgendlichen Jagd nach „Pocket Monstern“ in der Hotelanlage,  erneut eher biologischen Gesichtspunkten. Ein englischsprachiger Naturforscher führte uns dazu im Naturpark Kap Kamenjak in die charakteristische Flora und Fauna der Region ein, wobei wir zwischenzeitlich auch selbst beispielsweise als Kräutersammler zum Einsatz kamen. Dem Meeresrauschen folgend schlugen wir uns dann zur Küste hindurch, wo es ganz besondere Überreste ehemaliger Parkbewohner zu sehen gab: in den kalksteinhaltigen Felsen sind prähistorische Dinosaurierfußabdrücke dokumentiert, welche jährlich Millionen von Touristen anziehen und auch uns sehr faszinierten. Auf dem parkeigenen Bauernhof schlemmten wir anschließend landestypische Cevapcici und Muscheln.
Wieder zurück im Hotel ließen wir unseren letzten Abend ebenso wie die vorherigen zusammen am nahegelegenen Felsstrand mit den Füßen im Wasser und mit Blick auf den Sonnenuntergang ausklingen.

Vielen Dank an dieser Stelle an die begleitenden Lehrkräfte Frau Boos und Herr Brandl, die uns dieses unvergessliche Erlebnis ermöglicht haben – es war einfach lovely!

Ronja Linke & Lea Gigou (O11)

Der Wahlunterricht Imkerei findet unter der Leitung von einer erfahrenen Lehrkraft statt. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! kümmert sich um die Bedürfnisse der fleißigen Bienchen und um unsere Imkerschüler und Schülerinnen. Die interessierten Jungimker werden nach Altersstufe und Erfahrung in Gruppen für Anfänger und Fortgeschrittene eingeteilt. Nach Bedarf werden auch für die Oberstufe spezielle W- und P-Seminare angeboten.

 

Übersicht zur Unterrichtsplanung: Sie ist ganz den Erfordernissen der Bienenvölker angepasst

September - Dezember: Theorie, Reparaturarbeiten, Kerzengießen, Winterbehandlung der Bienenvölker/ Bienensaunabehandlung zweier Testvölker
Januar - März: Kaum Wahlunterricht, Völkerkontrolle
April - Juli: Theoretische Vorbesprechungen, dann praktische Arbeiten, wie Erweitern, Honigraumaufsetzen, Schwarmkontrolle und -verhinderung, Königinnenzucht und Ablegerbildung in Kleingruppen (2-3 Schüler); bei Bedarf auch Arbeiten am Wochenende. Werden in der Umgebung des EMG Bienenschwärme gemeldet, oder von der Feuerwehr eingefangen, so rücken die Schulimker aus, um die Völker zu übernehmen.

Kerzengießen
Werkzeuge der Imker
Kerzengießen aus reinem Bienenwachs (Fotos: Robert Brouczek; Münchner Merkur 23. Dez. 2016)

 

Wie sind die Bienen untergebracht?

Unsere Bienenvölker gehören der Rasse Apis mellifica carnica an. Als Bienenbeuten werden Erlanger Holzmagazine in Zandermaß verwendet, die sich für eine Freiaufstellung im Schulgarten bestens bewährt haben. Zum Schutz der ebenen Holzdeckel wurden zusätzlich Dächer angefertigt, die leicht abzunehmen sind. Als Schwarmfangkästen und zur Ableger- bzw. Kunstschwarmbildung werden neben normalen Zargen auch zwei Ruckzuckkästen eingesetzt.

Kerzengießen
Bienenschwarm
Links: Bienenkönigin (mit blauer Markierung) mit ihrem Hofstaat / Rechts: Bienenschwarm am EMG (Fotos: Christine Hammer)

 

Wie sieht die Arbeit der Schulimker aus?

Die folgende Zusammenstellung bietet einen Überblick über die wichtigsten praktischen Arbeiten rund um die Schulbienenvölker im Bienenjahr:

  • September: Die Abnahme des Winterfutters (Apifonda=Zuckerteig oder Apiinvert=Zuckersirup) wird kontrolliert. Ende des Monats werden die leeren Behälter abgenommen die dazugehörenden Zargen entfernt. Imkereianfänger erhalten in den Wintermonaten einen Grundlehrgang in die Theorie der Imkerei. Sie erfahren das Wichtigste über das Leben im Bienenstaat, über das Handwerkszeug des Imkers und über die wichtigsten Tätigkeiten des Imkers im Bienenjahr.
  • Oktober: Die eingeschmolzenen Wachsreste von Altwaben und Entdeckelungswachs werden in heißem Wasser gereinigt. Das Gießen von Kerzen in elastischen Silikonformen beginnt.
  • November - Dezember: Das Kerzengießen wird abgeschlossen. Neue Rähmchen werden für das kommende Bienenjahr vorbereitet. Die Varroabehandlung der Bienenvölker im Dez./Jan. wird zusammen mit fortgeschrittenen Schülern und mindestens einer Lehrkraft vorgenommen. In den Spätherbst/ Winter fällt auch die Behandlung zweier Testvölker mit der Bienensauna zu Forschungszwecken.
  • Januar - März: keine Arbeiten / Winterruhe
  • April: Die Beobachtung des Bienenflugs, des Eintragens von Pollen gibt wichtige Informationen über den Zustand der Völker. Verstorbene Völker werden abgeräumt. Regelmäßig wird durch Anheben die Futterversorgung kontrolliert. Ende des Monats kann oft schon der Honigraum aufgesetzt werden.
  • Mai: Brut- und Schwarmkontrollen werden durchgeführt. Der Eintrag an Nektar in den Honigraum wird geprüft. Schwarmkontrollen sind in wöchentlichem Abstand nötig. Bei Schwarmgefahr wird Schwarmverhinderung betrieben. Dabei werden Edelmaden zur Zucht von jungen Königinnen umgelarvt. Benötigte Rähmchen werden mit Mittelwänden versehen.
  • Juni: Das Heranwachsen der Jungköniginnen wird verfolgt. Ableger werden gebildet. Die erste Honigernte (Obstblüten/Raps) wird eingebracht.
  • Juli: Die zweite Honigernte steht an. Ableger werden zu Jungvölkern ausgebaut. Nach der Honigernte wird die Ameisensäurebehandlung gegen die Varroamilbe durchgeführt. Die abgeschleuderten Honigwaben werden zum Ausfressen aufgesetzt.
  • August: Nach einer zweiten Behandlung mit Ameisensäure wird das Winterfutter gegeben. Kleine oder weisellose Völker werden zuvor vereinigt.
Imker im Schullabor
Exkursion Peter
Exkursion Peter
Imkereischüler bei der Zucht neuer Bienenköniginnen (Fotos: Christine Hammer)

 

Was ernten die Schulimker? Ein Bienenvolk liefert während eines Jahres vielfältigen Ertrag

  • Der Honig

Die Schulimker ernten in der Regel zweimal pro Jahr Honig. Pro Volk lassen sich meist 8 bis 10 Kilo feinsten Blütenhonigs schleudern. Er stammt aus der Obstblüte und vom Raps. Die zweite Honigernte ist am Ende des Schuljahres (Ende Juli) möglich. Ein gutes Ertragsvolk liefert da 10 bis 12 Kilo, meist guten Lindenhonig. Der Wassergehalt des Honigs wird mit einem Refraktometer bei jeder Ernte kontrolliert. Er beträgt meist zwischen 16 und 19 %, das ist hervorragend für die Haltbarkeit des Honigs.

  • Das Bienenwachs

Bienenwaben werden nach 3-4 Jahren aus dem Volk entnommen. Dann sind sie meist 4-5 mal bebrütet und dunkel, fast schwarz gefärbt. Diese Waben werden im Solarwachsschmelzer ausgeschmolzen. Dieser arbeitet mit dem Treibhauseffekt: Sonnenlicht dringt durch die Scheibe ein, wird in Wärme umgewandelt und kann nicht mehr entweichen. So erwärmt sich der Innenraum auf 60-75 °C, was zum Einschmelzen von Bienenwachs vollkommen ausreicht. Das geschmolzene Wachs wird in einer Schale gesammelt und nach dem Erstarren als Rohbarren gelagert. Es ist noch mit Honigresten verunreinigt.

  • Das Propolis

Der Bienenkitt "Propolis" genannt, wird aus Baumharzen von den Bienen hergestellt und zum Verkitten von Ritzen und Spalten in der Beute benutzt. Es hat antibakterielle und fungizide Wirkung und verhindert im Stock die Ausbreitung von Krankheiten und Schimmelpilzen vor allem in den nahrungsvorräten (Pollen und Honig). Die Schulimker gewinnen es durch Abkratzen der Rähmchen und Zargen. Es wird in Alkohol gelöst und dient als Propolistinktur zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden und Stichen.

  • Der Met:

Traditionell werden die Honigreste, die beim Entdeckeln der Honigwaben anfallen, im Herbst zu Met vergoren. Der nach ca. drei Monaten entstandene Honigwein wird in Flaschen gelagert und nach mehreren Jahren verkostet.

Imker beim Hoffest
Imker beim Hoffest
Etikett für Schulbienenhonig
Verkauf des besten EMG-Honigs am großen Hoffest des Landwirtschaftsministeriums in München.

 

Welche Seminararbeiten wurden am EMG mit den Schulbienen schon erarbeitet?

P-Seminar Imkerei - Varroabekämpfungskonzepte

Das Konzept zur Varroabehandlung wurde von den P-Seminarschülern/innen in kooperativer Zusammenarbeit mit den betreuenden Lehrkräften (Frau Hammer und Herr Ruthenkolk) und verschiedenen Forschungseinrichtungen und Kompetenzzentren für den Bereich Bienen und Imkerei (z.B. Fachzentrum für Bienen der bayerischen Landesanstalt in Veitshöchheim) erarbeitet. Ziel ist es nach wie vor, die Entwicklung einer effizienten, rückstandsfreien, umweltfreundlichen und möglichst bienenverträglichen Varroabehandlung der Schulbienenvölker.

Folgende Teilprojekte wurden und werden z.T. noch immer bearbeitet und verbessert:

  • Verbesserung der Bienenhygiene
  • Aufbockung und Neuausrichtung der Bienenvölker
  • Bau neuer "bienenfreundlicher", jedoch ertragsschwächerer Beuten zum Vergleich mit dem bestehenden System:
  1. Bau und Einsatz einer Bienenkiste
  2. Bau und Einsatz einer Oberträgerbeute (= Top-bar-hive)
  • Beobachtung, Datenerhebung und Auswertung der Bienensauna-Behandlungen
  • Fortbestehende Teilnahme am Feldversuch zur Verbesserung der Bienensauna
  • Milchsäurebehandlung als bienenschondende Alternative zur Oxalsäurebehandlung
  • Regelmäßige Varroamilben-Befallskontrolle

Bisherige Ergebnisse:

P-Seminar 1: Aufbockung

P-Seminar 2: Bienenkiste

P-Seminar 3: Oberträgerbeute

P-Seminar 4: Bienensaunabehandlung Teil 1

P-Seminar 5: Imkerei - Exkursionen

P-Seminar 6: Ermittlung des Varoabefalls (Auszählmethode)

P-Seminar 7: Ermittlung des Varoabefalls (weitere Methoden)

Bayerisches Varroabekämpfungskonzept

Fachzentrum Bienen der bayerischen LWG Veitshöchheim

 

P-Seminar
Thermoschublade
 Links: Einzug des Jumg-Bienenschwarms in die Bienenkiste / Rechts: Honigkuchen ;)

Weitere Seminararbeiten

  • Die Chemie des Honigs
  • Der Pollengehalt von Bienenhonig
  • Die Enzymaktivität des Honigs
  • Die drei Bienenwesen (Beschreibung und Präparation)

Weitere Informationen / Hilfsmittel

 

Kontakt

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Aufführungen unseres Schultheaters